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Hermann Grosselfinger - Würdigung

ImageHermann Grosselfinger gehört mit Heinrich Barth zu den bestimmenden Künstler-Persönlichkeiten des Oberallgäus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Die Lebensläufe und der künstlerische Werdegang der Beiden weisen auffällige Übereinstimmungen auf: im gleichen Jahrzehnt geboren: 1881 Heinrich Barth, 1889 Hermann Grosselfinger, beide Handwerker (Malermeister), beide in München ausgebildete Dekorationsmaler, beide in der Frühzeit vom Expressionismus beeinflusst, beide restaurierten und bemalten Bauernmöbel – der Grund ist bei beiden die finanzielle Notwendigkeit –, sogar das Engagement für den Alpin- und Wintersport ist bei beiden vorhanden. Sie kannten sich auch gut und es ist anzunehmen, dass sie sich künstlerisch, menschlich und sportlich sehr schätzten.

Charakteristisch für das Schaffen Hermann Grosselfingers ist seine bewusste Beschränkung auf zwei Themenbereiche: die Landschaft und das Blumenstilleben. Diesen Gattungen widmete er sich mit erstaunlichem Fleiß und kreativer Energie. Es heißt, dass er die Zeit, die er neben dem Broterwerb durch die Dekorationsmalerei übrig hatte, hauptsächlich der Malerei widmete. So war er bei schönem Wetter mit der Staffelei und dem Skizzenblock draußen vor dem Motiv, und bei schlechtem Wetter drinnen vor den Blumen. Geprägt wurde sein Schaffen als Künstler und auch sein Engagement für den Bergsport durch seine fröhliche, positive Lebensart und seine Bescheidenheit. So entstand eine erstaunlich große Anzahl von Bildern in einer sehr gleichbleibenden Qualität und einem ganz persönlichen Duktus. Es sind im Ganzen gesehen zwei Haupt-Stilperioden zu erkennen: bis zum zweiten Weltkrieg – er musste an beiden Kriegen teilnehmen – die starkfarbigen, sehr fein hingeschriebenen temperamentvollen Malereien, die Einflüsse des Expressionismus erahnen lassen. In dieser ersten Zeit entstanden die Bilder mit eindrucksvollen und überzeugenden koloristischen Leistungen. Seine Pinselführung wirkt souverän und überraschend im persönlichen Ausdruck.
Die zweite Phase seines Schaffens – das Spätwerk – wird von einer kühleren Farbigkeit und einer ruhigeren Form bestimmt, eine künstlerische Routine macht sich bemerkbar, die Bilder sind klarer und konzentrierter geworden.

Die Zeit scheint reif für die Wiederentdeckung von Allgäuer Künstlern zu sein. Dies zeigt auch schon die große Resonanz auf die Heinrich-Barth-Ausstellung 2000 und die Schraudolph- Gedächtnisausstellung im Jahre 2005. Die bekannte Kunstausstellung "Die Südliche" widmete sich ganz bewusst der lohnenden Aufgabe, in jeder Ausstellung einen Rückblick auf eine Künstler-Persönlichkeit zu bieten. So gewährte sie im Jahre 2005 einen Einblick in das Schaffen Hermann Grosselfingers.

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